Der erste Glaube der Menschheit: Eine Reise von Göbeklitepe zum Animismus
In der gesamten Menschheitsgeschichte ist eine der ältesten Fragen, die wir uns gestellt haben: „Was war die erste Religion?“ Die Antwort auf diese Frage führt uns weg von den staubigen Seiten der Geschichte, hin zu den sonnenverwöhnten Hügeln von Şanlıurfa und in die Gedankenwelt unserer Vorfahren, die an die Seele der Natur glaubten.
Wo Steine ihre Stimme finden: Göbeklitepe
Früher glaubte man, dass Religion erst nach dem Übergang zum sesshaften Leben entstand. Doch Göbeklitepe hat diese herkömmliche Weisheit erschüttert. Vor genau 12.000 Jahren, lange vor dem Anbeginn der Landwirtschaft, errichteten unsere Vorfahren als Jäger und Sammler massive Monolithen und bauten Tempel. Dies gilt als das älteste bekannte materielle Zeugnis eines organisierten Glaubens.
Alles hatte eine Seele: Animismus
Lange vor institutionalisierten Religionen und heiligen Texten war die erste Verbindung, die Menschen zur Natur aufbauten, der Animismus. Für unsere Vorfahren war der Wind nicht nur ein Luftstrom, sondern ein Atemzug. Sie glaubten, dass Steine, Bäume und Flüsse ihre eigenen Seelen besaßen. Diese Form des Glaubens war die erste Philosophie, in der sich der Mensch im Universum nicht allein fühlte, sondern eins mit der Natur.
Weitere Meilensteine im Fluss der Geschichte
Mit der Erfindung der Schrift begannen die Glaubensvorstellungen konkrete Namen anzunehmen:
Die Sumerer: Sie wiesen dem Himmel und der Erde Götter zu.
Hinduismus: Verwurzelt in jahrtausendelanger mündlicher Überlieferung, wurde er zu einem der ältesten lebenden Glaubenssysteme.
Zoroastrianismus: Indem er den Kampf zwischen Gut und Böse in den Mittelpunkt rückte, ebnete er den Weg für die monotheistischen Religionen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Frage nach der ersten Religion ist eigentlich die Frage danach, wann die Suche der Menschheit nach dem Sinn begann. Ob es nun die kolossalen Steine von Göbeklitepe sind oder die Ehrfurcht vor einem Baum – der Mensch hat schon immer das Bedürfnis verspürt, an eine Kraft zu glauben, die größer ist als er selbst.

Kommentar verfassen